Was ist ein Squad? Wie interdisziplinäre Squads in Produktteams funktionieren
Eine kurze Erklärung des Squad-Modells in agilen Produktorganisationen und wie ich eines bei Endress+Hauser aufgebaut und geleitet habe.
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Ein “Squad” ist ein kleines, interdisziplinäres, weitgehend autonomes Team, das rund um einen Produktbereich aufgebaut ist statt rund um eine einzelne Disziplin. Statt Business, Design und Engineering in getrennte Abteilungen aufzuteilen, die sich Arbeit gegenseitig übergeben, bringt ein Squad die Personen, die ein Produkt definieren, gestalten und bauen, in einem Team mit gemeinsamem Ziel zusammen.
Der Begriff stammt aus dem “Spotify-Modell”, in dem Squads typischerweise zu grösseren “Tribes” gruppiert werden, “Chapters” Personen derselben Disziplin (z. B. alle UX-Designerinnen und -Designer) squad-übergreifend verbinden und “Guilds” als lockere, tribe-übergreifende Interessengemeinschaften bestehen (z. B. alle, die sich für Accessibility interessieren, oder alle, die sich für KI-Tools interessieren). Nicht jedes Unternehmen setzt das volle Modell um, und die meisten, die den Begriff übernehmen, passen ihn an die eigene Struktur an – entscheidend in der Praxis ist die zugrunde liegende Idee: kleine, ergebnisverantwortliche Teams statt Übergabeketten.
Wie ich das bei Endress+Hauser anwende
Seit rund vier Jahren baue und leite ich ein interdisziplinäres Squad aus zwei Business Ownern, UX und IT, das am Bereich Products von endress.com arbeitet. Das Squad verantwortet seine Ergebnisse end-to-end: vom Dokumentieren von Business-Anforderungen, User Stories und Abnahmekriterien über die Entwicklung bis zur Durchführung der Abnahmetests (User Acceptance Testing), die ich selbst leite, bevor etwas live geht. Wir arbeiten mit Scrum und Kanban, sodass sich Prioritäten schnell verschieben können, ohne die Disziplin eines definierten Backlogs zu verlieren.
Diese Struktur hat es möglich gemacht, Dinge wie die KI-gestützte Cross-Selling-Engine, die PIM-Datenmigration, das relevanzbasierte Sortiermodell und das Feature für marktspezifische Lagerverfügbarkeit auszuliefern – jedes davon brauchte eine enge, kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Geschäftslogik, Daten, UX und Engineering, genau wofür ein Squad gemacht ist.
Squad vs. Guild
Während ein Squad ein festes Team mit gemeinsamer Lieferverantwortung ist, ist eine Guild lockerer organisiert: eine freiwillige, teamübergreifende Gemeinschaft rund um ein gemeinsames Interesse oder eine Disziplin, ohne direkte Berichtslinien oder Lieferverantwortung. Neben meinem Squad bin ich auch aktives Mitglied der squad-übergreifenden Agile Guild von endress.com – siehe was eine Guild ist für die Anwendung im Alltag, inklusive der Squad Health Checks, die ich leite.
Dies gehört auch zu meinem Skillset als Product Owner im Alltag.